Informatikunterricht für alle: Die Ludwigsfelder Thesen

 1. Informatiksysteme durchdringen in zunehmendem Maße unser Leben. Informatikunterricht muss daher spätestens in der Sekundarstufe I verbindlicher Teil der Allgemeinbildung werden.
Die Wissensgesellschaft ist auf die vielfältige Anwendung von Informatiksystemen angewiesen, die Informatik stellt dafür die wissenschaftliche Basis zur Verfügung. Die Kenntnis, Anwendung und kritische Reflexion der grundlegenden Konstruktionsprinzipien von Informationssystemen dient daher der Lebensvorbereitung und der Orientierung in einer von diesen Systemen geprägten Welt. 

2. Der Informatikunterricht trägt entscheidend zur Entwicklung der Lernenden zu mündigen Bürgern bei, indem sie erkennen, dass Informatiksysteme von Menschen gestaltet sind. Sie reflektieren im Unterricht ihre eigenen exemplarischen Erfahrungen mit der Gestaltung von diesen Systemen.
Die Lernenden erwerben im Unterricht Kenntnisse, Erfahrungen und Kompetenzen zu verschiedenen Werkzeugen zur Bewältigung des Problemlöseprozesses und treffen Entscheidungen über ihren adäquaten Einsatz. 

3. Modellierung von Informatiksystemen hat in der Wissensgesellschaft eine grundlegende Bedeutung. Deshalb sind Kompetenzen zur informatischen Modellierung unverzichtbarer Bestandteil einer allgemein bildenden Orientierung und dienen der Lebensvorbereitung.  
Insbesondere im Informatikunterricht erwerben die Lernenden unter Verwendung unterschiedlicher Paradigmen der Modellierung die Fähigkeit, Ausschnitte aus Alltagssituationen zielgerichtet abzugrenzen, zu strukturieren und formal zu beschreiben und darüber zu kommunizieren. In der Regel werden dabei Aspekte aus anderen Fächer aufgegriffen. Dies unterstützt die Vernetzung des Schülerwissens und stärkt die Problemlösekompetenz.

4. Die Methoden und Arbeitsweisen des Informatikunterrichts tragen in besonderem Maße zur Bildung von Sozialkompetenz bei. 
Projekte und projektartige Unterrichtsformen tragen stark zur Förderung von Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit zur Darstellung eigener Ideen und Verantwortungsbereitschaft bei. Diese Methoden nehmen aus fachlichen Gründen im Informatikunterricht einen breiten Raum ein. Somit werden hier wichtige Sozialkompetenzen eingeübt und gestärkt. Dabei wird Projektarbeit auch thematisiert und reflektiert. So leistet der Informatikunterricht einen unverzichtbaren Beitrag für die Selbstorganisation und das lebenslange Lernen.